ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ
Diagnose Therapie Informationen aus der Industrie

Orthopädie & Unfallchirurgie

Schultergürtelbeschwerden: Diagnose

(siehe auch Zervikalsyndrom)

Beschwerden vom Schultergelenk ausgehend

Ätiologie

Akut
  • Traumafolge
    • Rotatorenmanschettenläsion, Luxation, Fraktur möglich (siehe auch Gelenkverletzungen: Distorsion, Luxation)
    • Schultereckgelenk (Akromioklaviculargelenk [AC-Gelenk]), Sprengung (siehe auch Gelenkverletzungen: Distorsion, Luxation)
  • Überlastungsschaden
Chronisch
  • Degenerationen im periartikulären Gewebe
  • Ruheschäden (nach Ruhigstellung bei Erwachsenen schon nach 2 Wochen Desault-Verband möglich)
  • Arthritis
  • Arthrose
    • Glenohumeralgelenk selten, meist sekundär (Trauma, CP, Hämophilie [siehe Arthrose])
    • Akromioklavikulargelenk häufiger, meist posttraumatisch oder Überlastungsschaden

Symptome

schulterguertelbeschwerden_01.gif

  • Lokalisierbarer Druck- und Funktionsschmerz über M. supraspinatus, Bursa subacromialis, langer Bizepssehne, Akromioklavikulargelenk (früher zusammengefasst unter Periarthropathia humeroscapularis)
  • Projektion im Arm und HWS möglich
  • Bei Teilruptur der Rotatorenmanschette Schmerz des Schultergelenks. Abduktion von 70–110° (painful arc)
  • Bei vollständiger Ruptur zusätzlich Pseudoparalyse (Arm kann aktiv in Abduktion nicht mehr gehalten werden)
  • Bei betroffener langer Bizepssehne Funktionsschmerz auch bei kraftvoller Ellbogenflexion und Unterarmsupination
  • Bei betroffenem Akromioklaviculargelenk "oberer" painful arc > 110°
     

Diagnostik</p>

schulterguertelbeschwerden_02.jpgRöntgen
  • Frakturausschluss, z.B. Abriss Tuberculum majus
  • Hochstehender Oberarmkopf ist Hinweis auf Rotatorenmanschettenläsion
  • Bei AC-Sprengung Belastungsaufnahme
  • Kalkdepot in Rotatorensehnen oder Bursen
  • Arthrosezeichen
Sonographie

Gute Beurteilung der Rotatorenmanschette möglich

CT, MRI 

Beurteilung von Limbus-Rotatorenmanschette und Kapsel möglich

 

Beschwerden in die Schulter projiziert

Ätiologie

  • Meist chronische Weichteilalterationen in HWS oder oberem Thorax
  • Psychosomatische Komponente möglich

 

Unteres Zervikalsyndrom (siehe Zervikalsyndrom)

Kompressionssyndrom der oberen Thoraxapertur 
Gleichzeitige Beeinträchtigung von Plexus und Gefäßen auf dem Weg zum Oberarm, wobei oft Blutumlaufstörungen im Vordergrund stehen

 

Kostoklavikularsyndrom
Einengung des Raumes zwischen Schlüsselbein und 1. Rippe beim Pykniker, Emphysemthorax, Herabhängenlassen der Arme

 

Hyperabduktionssyndrom
Bei Überstreckung des Armes (Schlafen mit hinter den Kopf geführtem Arm) Kompression des Gefäßnervenbündels durch die Sehne des M. pectoralis minor

 

Skalenussyndrom und Halsrippensyndrom
Einengung der Skalenuslücke von unten durch Halsrippe oder häufiger durch röntgenologisch nicht nachweisbaren Bindegewebsstrang bzw. Einengung von seitwärts durch Adduktion des Armes bei gleichzeitiger Kopfdrehung zur Gegenseite infolge Dehnung der Mm. scaleni

Diagnostik

Pulsabschwächung bei den oben genannten Armstellungen
 

Differenzialdiagnose

  • Brachialgia paraesthetica nocturna: Schmerzhafte Empfindung der Arme ungeklärter Ursache, besonders während der Nachtruhe
  • Thrombose der V. subclavia: Relative Insuffizienz des Blutrückflusses nach forcierter Hyperabduktion (Paget-Schroetter-Syndrom)
  • Tumoröse Prozesse: Pancoast-, Mamma-Ca.
  • Supraskapularis-Neuropathie: Schmerzen und Sensibilitätsstörungen an der Außenseite des Schultergelenkes. Atrophie der Ober- und Unterschultergrätenmuskulatur durch Einklemmung des N. suprascapularis in der Incisura scapulae 

 

Noch keine Bewertungen vorhanden
Letztes Update:19 Mai, 2011 - 16:26